Arzt

Wie wird Krätze übertragen?

Die Krätze wünscht man seinem ärgsten Feind an den Hals – oder noch nicht einmal diesem. Doch, was steckt hinter der Krankheit, die die meisten Menschen durch das Sprichwort kennen? Und wie überträgt sich diese?

„Ich wünsche Dir die Krätze an den Hals“: Wer kennt das alte und bekannte Sprichwort nicht? Doch nur die wenigsten Menschen wissen heute, was genau sich hinter dem Krankheitsbegriff „Krätze“ verbirgt – und wie sich diese überträgt. Oder ist die Krätze schon längst Geschichte, weil es das alte Sprichwort auch bald sein könnte? Die Antwort: Nein, die Krätze ist heute noch weit verbreitet. Weiter, als so manch einer vermuten würde. Häufig wird die Hautkrankheit jedoch erst beim Arztbesuch als solche erkannt.

Die Krätze: Wie sich diese überträgt und wodurch diese entsteht?

Juckreiz und Hautrötungen, dadurch macht sich die Krätze bemerkbar – und damit ist sie bei Weitem nicht die einzige Hautkrankheit. Aus diesem Grund wird sie heute oft erst mit Allergien oder Irritationen der Haut verwechselt. Denn nicht bei jedem Menschen nimmt sie gleich starke Ausmaße an. Bricht die Krätze jedoch aus, dann ist sie kaum mehr zu übersehen. Denn aus den einst unscheinbaren und juckenden Hautrötungen werden schnell schmerzende und entzündete Wunden, die die Haut regelrecht überziehen. Bei Erwachsenen sind oft die warmen und feuchten Zwischenräume der Finger und Füße, aber auch die Achseln und der Intimbereich befallen. Bei kleinen Kindern und Säuglingen machen sich die Entzündungen hingegen eher auf der Kopfhaut und an den Hand- und Fußflächen breit.

Schuld daran sind kleine Milben: Sogenannte Katzenmilben, weil sie die beliebten Haustiere oft begleiten. Jedoch sind sie auf den Menschen spezialisiert und übertragen sich meistens über den direkten Hautkontakt. Dieser muss jedoch intensiver sein, kurze Berührungen reichen nicht aus. Aus diesem Grund wird die Krätze meistens in Familien oder im Kindergarten weitergegeben. Jedoch kann eine Ansteckung auch durch Stoffe wie Decken oder Bettlaken, etwa in unsauberen Hotels, erfolgen. Einmal auf dem Körper angelangt, graben die Milben sich in die Haut des Menschen ein und vermehren sich dort. Wie stark die Krätze in einem Land vertreten ist, das hängt von den dort vorherrschenden Gesundheits- und Hygienestandards ab. Doch ein Krätzeausbruch weist keinesfalls immer auf eine mangelnde Hygiene hin. Denn, sobald sie sich in ihrem Wirt eingenistet haben, überstehen die Milben sogar Vollbäder.

Typische Symptome der Krätze:

– juckende und ausschlagartige Hautrötungen
– bevorzugt sind warme Hautregionen betroffen
– Schuppenbildung und Verhornungen der Haut
– der Juckreiz wird bei Wärme, etwa unter der Bettdecke, stärker

Wie wird die Krätze behandelt?

Bei einem Krätzebefall muss unbedingt der Hausarzt aufgesucht werden, damit dieser eine Behandlung einleiten kann. Diese geschieht heute meistens auf zwei Wegen: Innerlich durch Medikamente, die die Milben abtöten, und äußerlich durch Salben oder Cremes. Letztere sollen den Juckreiz und die Beschwerden lindern, der Haut aber auch bei der Heilung helfen. Die Behandlung ist dabei heute sehr vielversprechend und auch unkompliziert, denn es stehen mehrere erprobte Anti-Milben-Mittel zur Auswahl. Dadurch kann der behandelnde Arzt die verwendeten Mittel sehr genau auf den Patienten abstimmen. In der Regel können die meisten Milben so bereits innerhalb von rund zwölf Stunden abgetötet werden, sodass eine weitere Ansteckung nach rund einem Tag nach dem Einnahmebeginn in den meisten Fällen bereits nicht mehr möglich ist. Da die Mittel allerdings starke Nebenwirkungen haben können, muss man bei Schwangeren, Stillenden und Kindern Vorsicht walten lassen. Zudem kann ein geschwächtes Immunsystem den Verlauf der Krätze verstärken und eine Behandlung erschweren.

Doch auch bei einer erfolgreichen und unproblematischen Behandlung kann es allerdings einige Wochen bis Monate dauern, bis die Spuren, die die Krätze auf der Haut hinterlassen hat, weitestgehend verheilt und verschwunden sind. Denn die Haut braucht ihre Zeit, um sich von dem Milbenbefall zu erholen. Zudem bleiben oft Narben zurück. Diese können, je nachdem wie stark der Befall war und wie weit die Erkrankung unbehandelt vorangeschritten ist, mehr oder weniger stark ausfallen.

Fazit: Was kann man tun, um der Krätze vorzubeugen?

Die Krätze ist heute bei Weiten nicht so selten, wie manch einer es vermuten würde. Dennoch wird eine Erkrankung mit der Krätze oft mit mangelnder Hygiene in Verbindung gebracht, was für den Betroffenen sehr unangenehm sein kann. Allerdings kann eine mangelnde Hygiene eine Übertragung der Krätze begünstigen, weshalb stets auf diese geachtet werden sollte. Zudem lässt sich einer Erkrankung mit der Krätze vorbeugen, wenn man weitestgehend darauf verzichtet in sehr günstigen Unterkünften unterzukommen – und indem man Bettwäsche, Decken und Handtücher zu Hause regelmäßig wäscht.

Außerdem ist es manchmal ratsam, bei einem Befall nicht nur den Betroffenen zu behandeln, sondern auch deren Familie. Hier muss jedoch er Arzt im Einzelfall entscheiden, was der richtige Weg ist. Da es bis zu sechs Wochen dauern kann, bis sich nach der Ansteckung erste Anzeichen der Krätze zeigen, sollten der Arbeitgeber, die Schule oder auch der Kindergarten umgehend informiert werden.