Medizin

Wie sieht Krätze aus?

Schwer zu erkennen ist das Erscheinungsbild der Krätze. Dennoch gibt es einige ziemlich eindeutige Indizien, um sie zu erkennen. Was du sonst noch über die Krätze wissen solltest, und welcher Irrglauben über diese Krankheit herrscht, erfährst du hier.

Krätze – ein Wort, das bereits nach Juckreiz klingt. Im Fachjargon Scabies genannt ist die Krätze eine beinahe vergessene Krankheit in Deutschland. Auch Ärzten fällt es heutzutage schwer, sie sicher zu diagnostizieren, da die wenigsten noch verlässlich wissen, wie das Krankheitsbild aussieht.

Was die Krätze eigentlich ist und wie du sie bekommst

Krätze wird durch Milben verursacht, die ihre Gänge in die menschliche Haut bohren und sowohl Eier als auch Kot dort ablagern. Dies kann zu sekundären Infektionen in der Haut führen und verursacht den typischen Juckreiz.
Übertragen wird die Krätze, indem durch engen Hautkontakt mindestens ein trächtiges Weibchen den Wirt wechselt. Dazu kommen die Milben an die Hautoberfläche und warten auf ihre Chance. Da der meiste Kontakt zu anderen Menschen über die Hände stattfindet, siedeln sich auch dort am ehesten Milben an. Aber auch bei intimen Kontakten wie Sex oder pflegerischen Handlungen können die kleinen Tiere übertragen werden.
Je nachdem fällt auch das individuelle Erscheinungsbild der Krankheit aus. Die juckenden Stellen finden sich dann beispielsweise im Intimbereich oder an den Füßen.

Vorsicht Verwechslungsgefahr

Tückisch ist die Krätze vor allem deshalb, weil es kein einheitliches Bild von ihr gibt. Sobald an der verletzten Haut sekundäre Infektionen aufgetreten sind, können diese die verschiedensten Ausschläge, Pickel oder Narben zeigen. So kommt es nicht selten vor, dass die Krätze fälschlicherweise für Neurodermitis oder anderes gehalten wird. So kann die Krankheit schlimmstenfalls noch lange unbehandelt bleiben und weitergegeben werden.

Ein paar Unverwechselbare Indizien

Sichere Indizien für Krätze sind:
– meist sind Hände und Arme betroffen
– vermehrter Juckreiz nachts im warmen Bett
– Menschen, zu denen inniger Kontakt besteht, haben ähnliche Symptome
– via Lupe sind an den betroffenen Hautstellen die Gänge der Milben zu erkennen

Behandlung der Symptome

Die Behandlung der Krätze stellt sich als etwas schwierig heraus. Es gibt zwar theoretisch Tabletten, die nur einmalig eingenommen werden müssten, jedoch wird in der Regel eine Salbe für den ganzen Körper verschrieben, und die Anwendung ist nicht gerade praktikabel. Nach dem Duschen auf die getrocknete Haut gleichmäßig dick aufgetragen muss sie eine ganze Nacht in frischer Kleidung und Bettwäsche einwirken, dann wird alles noch einmal abgezogen und bei mindestens 60°C gewaschen, ebenso wie jegliche Handtücher, Kuscheltiere und so weiter. Das Absaugen von Polstermöbeln und das Einfrieren nicht heiß waschbarer Textilien für mindestens 24 Stunden gehören ebenfalls bedingungslos dazu, wenn du die Krätze ganz sicher für immer loswerden willst. Auch solltest du deine engeren Kontakte darüber informieren, damit auch sie die Möglichkeit haben, vorbeugend oder behandelnd Maßnahmen bei sich zu treffen.

Komplikationen

Das Gefährliche an der Krätze ist in erster Linie die Zerstörung des gesunden Hautbildes, da der starke nicht enden wollende Juckreiz eine arge psychische Belastung darstellen kann. Betroffene müssen sich viel kratzen und fügen sich selbst teils tiefe Wunden zu, die sich entzünden und zu weiteren Infektionen führen können. Unbehandelt können sich die Milben massenhaft auf dem ganzen Körper ausbreiten und zu der gefürchteten und hochansteckenden Scabies crustosa führen.

Irrtümer:
1. Krätze ist ein hygienisches Problem: nein. Du bekommst und überträgst sie über engen Körperkontakt, egal ob du dich oft wäschst und deinen Haushalt sauber hältst oder nicht.
2. Krätze ist ausgestorben: falsch. Sie war stark zurückgedrängt worden und ist so in Vergessenheit geraten. Durch Fehldiagnosen und langes Verschleppen konnte sie sich wieder ausbreiten.
3. Haustiere können die Krätze übertragen: nein. Die Krätzemilbe ist so spezifisch auf den Menschen eingestellt, dass sie ihn auch als Wirt braucht.
4. Über Gegenstände ist keine Übertragung möglich: falsch. Die Milben brauchen menschliche Körpertemperatur, jedoch sind sie in der Lage, ein paar Tage auf Gegenständen wie Kleidung oder Polstermöbeln zu überleben. Auch wenn sie dort weniger aktiv sind, bleibt ein Restrisiko.

Einen Schlussstrich ziehen – Krätze für immer loswerden

Letztlich muss die Diagnose und Behandlung immer ein Arzt in die Hand nehmen und überwachen, da die Medikamente relativ stark sind. Am besten eignet sich das Urteil eines erfahrenen Hautarztes. Wichtig ist in erster Linie, dass du nicht aus Scham den Arztbesuch hinauszögert oder deinen Kontakten die Diagnose verheimlichst. Vergiss nicht, wie wichtig es ist, dass man einander vertrauen kann und dass die Krätze jederzeit wiederkommen kann und wird, wenn die Bekämpfungsmaßnahmen nicht oder nicht richtig durchgeführt wurden. Dazu gehört nunmal auch die Behandlung und Information der engen Kontaktpersonen.