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Was ist Krätze (Skabies) und wie steckt man sich an?

Unter Krätze versteht man eine Hauterkrankung, bei der die Betroffenen einen starken Juckreiz verspüren. Auslöser sind winzig kleine Parasiten, die unter der Haut herumkrabbeln. Sie werden Krätzmilben genannt, medizinisch Skabies bzw. Scabies. Grundlegend ist das lateinische Verb scabere, welches kratzen bedeutet. Die Weibchen der Krätzmilbe sind höchsten einen halben Millimeter groß und bohren sich in die obere Hornschicht der Haut. Dort graben sie Gänge, in denen Eier und Kot abgelegt werden.

Krätze ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Betroffene stecken sich meist durch intensiven und langanhaltenden Körperkontakt an. Kurzer Kontakt, wie etwa beim Händeschütteln, reicht für eine Infektion meist nicht aus. Eine Übertragung durch Kleidung oder Decken ist zwar möglich, aber sehr unwahrscheinlich. Die Krätzmilben können ohne menschlichen Wirt nur kurz überleben. Mangelnde Körperhygiene begünstigt ein rasches Ausbreiten der Milben, die Gefahr sich anzustecken ist dann besonders hoch.

Symptome

Der menschliche Körper reagiert darauf unterschiedlich stark mit Bläschenbildung, Pusteln oder anderen Ausschlägen. Außerdem entstehen Krusten und Kratzwunden, schlimmstenfalls sogar eitergefüllte Furunkel. Häufig ist bei Erwachsenen die Haut zwischen den Fingern und Zehen, die Achselgegend und der Genitalbereich betroffen. Bei kleinen Kindern tritt der Befall häufig auch an behaarter Kopfhaut, sowie an Innenflächen von Händen und Füßen auf.

Charakteristisch für die Krätze sind sehr starker Juckreiz und gerötete, schuppige Haut. Mit einer Lupe sind auch die meist gewundenen, langen Milbengänge gut zu erkennen. Der Hautarzt kann mithilfe von unterschiedlichen Tests auch die Krätzmilben direkt nachweisen, sowie ihre Eier und Kotballen, letztere werden in der Fachsprache Skybala genannt.

Befall der behaarten Kopfhaut mit Krätzmilben

Besonders unangenehm ist ein Befall der Kopfhaut mit Krätzmilben. Hier muss zuerst überprüft werden, ob es sich nicht um eine andere Infektion, zum Beispiel mit Kopfläusen, handelt. Häufig tritt juckende Kopfhaut auch auf, wenn man zu aggressive Shampoos oder Haarsprays benutzt. Wird im Auto mit offenem Verdeck oder Schiebedach gefahren, und scheint dazu noch intensiv die Sonne auf den Kopf, kann es ebenfalls zu Kopfjucken kommen. Es muss also nicht immer eine Infektionskrankheit dahinterstecken.

Zur Pflege von juckender Kopfhaut gibt es jede Menge Produkte, mit denen man den lästigen Juckreiz zügig wieder loswird. Besonders eignen sich Shampoos und Lotionen mit Kokosöl. Diese können auch Parasiten wie Krätzmilben oder Läuse abtöten und schädigen dabei die juckende Haut nicht, die nicht von einem Parasitenbefall betroffen ist. Außerdem haben sie keine Nebenwirkungen und enthalten natürliche Inhaltsstoffe.

Therapie

Es steht eine große Auswahl an Anti-Milben-Mittel zur Verfügung. Viele sind dabei nicht rezeptpflichtig und frei in der Apotheke oder Drogerie erhältlich. Wird die Krätze nicht behandelt, kann sie chronisch werden. Das heißt, der Betroffene leidet dann ein Leben lang unter dieser Krankheit. Um dies zu verhindern empfiehlt es sich unbedingt, die Krätze schnellstmöglich zu behandeln.

Medikamentöse Therapie bei Krätzmilben

Seit kurzem sind auch chemische Medikamente in Tablettenform am Markt erhältlich, die die Krätzemilben abtöten. Im Vorfeld ist es ratsam, mit dem behandelnden Arzt die Nebenwirkungen solcher Tabletten mit dem Nutzen abzuwägen. Zusätzlich werden häufig noch entzündungshemmende Mittel verschrieben. Hier sollte man aufpassen, dass es nicht zu unerwünschten Wechselwirkungen kommt.

Krätze natürlich behandeln

In den meisten Fällen gelingt es auch auf natürliche und schonende Weise, alle Krätzmilben abzutöten. Es empfiehlt sich, die Behandlung auch nach Abklingen der ersten Symptome noch eine Zeit lang fortzusetzen. Nur dann kann gewährleistet werden, dass auch die neu schlüpfenden Milben beseitigt werden und es nicht zu einem neuerlichen Ausbruch der Krankheit kommt.