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Meldepflicht bei Krätze

Meldepflicht bei Krätze

Die Krätze, oder auch Scabies genannt, ist eine sehr ansteckende Hautkrankheit. Dabei handelt es sich um eine Infektion, die durch Milben verursacht wird. Die Übertragung erfolgt durch engen Hautkontakt wie bei sexuellen Kontakten. Aufgrund der Ausscheidungen der Milben wird eine allergische Reaktion ausgelöst. Im Laufe von wenigen Tagen entsteht ein sichtbarer Ausschlag, der mit unangenehm starken Juckreiz einhergeht. Von der Krätze kann jeder Mensch befallen werden. Auch Mütter, die ihre Kinder mit ins Bett nehmen, können die Erkrankung unwissentlich übertragen. Wenn später die Kinder gemeinsam spielen oder engen Körperkontakt haben, kann die Krätze schnell von einer zur anderen Person übertragen werden.

Gesetzliche Grundlagen zur Meldepflicht der Krätze

Krätze muss dem öffentlichen Gesundheitsamt gemeldet werden. Auch die Aussagen des Robert-Koch-Instituts dazu sind deutlich und gehen noch einmal ins Detail. Hier wird gesagt, dass laut IfSG keine Meldepflicht in Deutschland besteht. Ferner haben Lehrerinnen und verantwortliche Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen die Pflicht, das zuständige Gesundheitsamt beim Auftreten der Krätze zu informieren. Diese Benachrichtigungspflicht besteht aufgrund § 34 Abs. 6 IfSG. Diese Benachrichtigung betrifft die zu betreuenden Personen, die an Krätze erkrankt sind oder wenn der Verdacht dahingehend besteht. Dies gilt ebenfalls für Leiterinnen von Obdachlosenunterkünften, Justizvollzugsanstalten, Pflegeeinrichtungen sowie den Einrichtungen, in denen Flüchtlinge untergebracht sind. Hier greift der § 36 Abs. 1 Nr. 2-6, der zur Benachrichtigungspflicht verpflichtet.

Aufgrund dessen gibt es eine Meldepflicht für Gemeinschaftseinrichtungen. Hier tritt das Infektionsschutzgesetz in Kraft, das die Meldepflicht beim Auftreten von Scabies verlangt. Dies gilt auch für Verdachtsfälle, insbesondere dann, wenn in kurz zurückliegender Zeit Krätze bei verschiedenen Personen auftrat. Für die Meldung ist das zuständige Gesundheitsamt der richtige Ansprechpartner.

Zur Information: Die Daten der gemeldeten Erkrankungsfälle werden bundesweit nicht gesammelt. Aus diesem Grund gibt es keine klaren Informationen darüber, wie häufig und in welchen Regionen die Krätze auftritt.

Sollten Betreuer, Lehrer oder Erzieher selbst an der Krätze erkrankt sein, dürfen sie während der Behandlungszeit keine Tätigkeiten ausüben und müssen der Einrichtung fernbleiben. Davon betroffen sind ebenso Pflegekräfte und Personal in Pflegeeinrichtungen. Auch in Krankenhäusern können Fälle von Krätze auftreten.

Welche Einrichtungen sind konkret betroffen, wenn Krätze gemeldet werden muss?

Der Begriff Gemeinschaftseinrichtungen umfasst Kindergärten, Schulen, Internate, Kinderheime, Altenheime, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und sonstige Gemeinschaftseinrichtungen. Schon bei dem Verdacht auf Scabies bist Du aufgefordert, diese Krankheitsfälle sofort beim Gesundheitsamt zu melden. Die Assoziation, dass es sich bei der Krätze um mangelnde Hygiene handelt, ist absolut falsch. Denn auch durch intensive Körperreinigung lässt sich die Krätze nicht beseitigen. Da es sich hier um eine Milbenart handelt, die sich in der oberen Hautschicht festsetzt, muss hier zeitnah eine medikamentöse Behandlung erfolgen. Meist erhalten die Betroffenen eine spezielle Salbe, die die Parasiten abtötet. Diese Behandlung muss über mehrere Tage erfolgen und muss ärztlich kontrolliert werden. Dieser bescheinigt dann, dass die Behandlung abgeschlossen ist.

Parallel zur Meldung beim Gesundheitsamt

Wer in Gemeinschaftseinrichtungen arbeitet und an Krätze erkrankt ist, darf während dieser Zeit nicht seiner Tätigkeit nachgehen! Dies gilt vor allem für all jene, die direkten Kontakt zu anderen Menschen haben. Um andere Personen zu schützen, solltest Du auch Dein näheres Umfeld im privaten Bereich informieren. Darüber gibt es zwar keine offizielle Meldepflicht, dennoch ist es angebracht, um eine Übertragung zu verhindern. Auf Umarmungen solltest Du deshalb während dieser Zeit verzichten. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, reicht eine kurze Information an Freunde und Bekannte völlig aus.
Unbedingt vermieden werden sollte der körperliche Kontakt mit dem Partner. Auf sexuellen Kontakt oder auch Kuscheleinheiten müsst Ihr während dieser Zeit unbedingt verzichten. In der Regel empfiehlt der Arzt bereits eine weitere Behandlung für den Partner, da in den ersten Tagen meist schon unbemerkt eine Übertragung der Krätze stattgefunden hat.

Weiterführende Informationen zur Übertragung von Krätze

Schon das Kuscheln von Mutter und Kind oder gemeinsames Spielen in der Kindergartengruppe kann Scabies übertragen. Milben nutzen keinen tierischen Zwischenwirt, sondern gehen den direkten Kontakt von Mensch zu Mensch. Um zu überleben brauchen Milben die Körpertemperatur des Menschen. Ohne diese verlieren sie nach wenigen Stunden die Fähigkeit zur Infektion am menschlichen Körper. Hier können sie nicht lange überleben. Dennoch stellen Spielzeuge, Kleidung und Teppichboden für eine gewisse Zeit ein gewisses Übertragungsrisiko dar. Neben der Behandlung sollten deshalb auch Bettwäsche, Handtücher oder medizinische Instrumente gründlich gereinigt werden. Die verantwortlichen Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen sind daher angehalten, bei einer Krätzeinfektion spezielle Reinigungen mit Desinfektionsmitteln vorzunehmen.