Krätze Ausbrüche in Flüchtlingsunterkünften

Die Erstaufnahmestellen und Flüchtlingsunterkünfte sind überfüllt, die hygienischen Zustände sind katastrophal und gleiches lässt sich über die Gesundheitsversorgung sagen. In den letzten Tagen kursierte das Gerücht, dass es in mehreren Aufnahmestellen für Flüchtlinge zu vereinzelten Fällen der Hautkrankheit Krätze kam. Jetzt wurde bekannt, dass von Einzelfällen nicht mehr die Rede ist und die explosionsartige Ausbreitung der Krätze in Flüchtlingsunterkünften durchaus ein ernst zu nehmendes Risiko darstellt.

Wie regieren Politik und Anwohner auf die Krätze Ausbrüche?

Als erste Reaktion auf bekannte Krätze Ausbrüche in Erstunterkünften erfolgte die Isolierung der erkrankten Personen. Trotzdem ist die Sorge der Bevölkerung nicht unbegründet, da vor der Diagnosestellung keine Isolation erfolgte und die untergebrachten Menschen durchaus in Kontakt mit anderen Bewohnern der Unterkünfte, sowie mit Ersthelfern und Unterstützern der Flüchtlingshilfe in Kontakt kamen. Gewarnt wird allerdings auch vor einer Panikmache, die mit einem Rückgang der Hilfstätigkeiten in Zeltlagern und Flüchtlingsheimen einhergehen könnte. Für viele Anwohner stellt sich die Frage nach der Ernsthaftigkeit der Lage und der Gefahr, die für ihre eigene Gesundheit durch die Krätze Ausbrüche entsteht.

Die medizinische Versorgung ist im allgemeinen nicht ausreichend, äußern sich ehrenamtliche Helfer in Flüchtlingsheimen. Auch die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Prien vertritt diese Meinung und geht noch einen Schritt weiter, in dem sie von katastrophalen Zuständen spricht. Die Behandlung, sowie präventive Maßnahmen zur Vorbeugung sich schnell verbreitender Krankheiten entsprechen nicht den realen Möglichkeiten in Deutschland. Durch die Verzögerung von Behandlungen und der anfänglichen Vermutung, es handle sich bei der Krätze um Einzelfälle, hat sich das Risiko der Ansteckung erhöht und ist in vielen Erstunterkünften präsent. Die hygienischen Zustände spielen eine primäre Rolle, auch wenn diese allein nicht für die Krätze Ausbrüche verantwortlich sind. Die fehlende Früherkennung und sofortige Behandlung, sowie Isolation der Betroffenen ist nach Auskünften der Politik das weitaus größere Problem. Anwohner und Helfer sind geteilter Meinung, da sich auch die besorgniserregenden hygienischen Standards nicht von der Hand weisen lassen.

Aktuelle Maßnahmen als Reaktion auf den Krankheitsausbruch

An Krätze erkrankte Flüchtlinge verbleiben aktuell in der Isolation und werden nicht auf andere Flüchtlingsunterkünfte verteilt. An dieser Praktik ändert sich nichts, bevor die Patienten nicht behandelt wurden und eine Besserung aufzeigen. In der zivilisierten Gesellschaft war die Krätze eigentlich als „ausgestorbene“ Krankheit definiert, sodass sich ganz neue Probleme auftun und vor einige Herausforderungen stellen. Zu wenig Ärzte, zu wenig Medikamente und eine nicht ausreichende Gesundheitskontrolle der zahlreichen Flüchtlinge hat das Problem erzeugt. Um die Krätze einzudämmen und Neuansteckungen zu vermeiden, müssen schnelle und vor allem weitreichende Maßnahmen ergriffen werden. Die alleinige Isolation ist unzureichend und entspricht nicht den Grundlagen, die sich Deutschland für die Aufnahme von Flüchtlingen gestellt hat.

Die katastrophalen Zustände müssen beseitigt und mehr Augenmerk auf Hygiene gelegt werden. In der medizinischen Versorgung muss schneller gehandelt und sich auf ein neues Konzept berufen werden. Die Politik weist darauf hin, dass Helfer und ehrenamtlich Tätige in Flüchtlingsunterkünften nicht mit Panik reagieren und sich vor einer Infektion fürchten müssen. Handschuhe, sowie Desinfektionsmittel gehören zur Grundausstattung aller Helfer und wirken dem Risiko entgegen, sich anzustecken und die eigene Gesundheit in Gefahr zu bringen.