krätze-scabies-bilder

Krätzmilben

Sicherlich hast du auch schon irgendwann einmal von Krätzmilben oder besser gesagt von Krätze gehört. Doch was hat es mit den Krätzmilben überhaupt auf sich? Sind sie gefährlich und kann man sich irgendwie vor ihnen schützen? Über all diese Fragen soll dir der nachfolgende Text Auskunft geben.

Was sind Krätzmilben überhaupt?

Bei Krätzmilben (lat. Sarcoptes scabiei), die auch als Grabmilben bezeichnet werden, handelt es sich um eine Milbenart. Bei den Krätzmilben, die auch für die Krätze verantwortlich sind, sollte sich dein Fokus besonders auf die weiblichen Milben legen. Diese Milben sind zwischen 0,3 und 0,5 mm lang und können in der Breite auf 0,4 mm anwachsen. Der Körper der Milbe sieht, vereinfacht gesprochen, einer Schildkröte nicht ganz unähnlich, da der Körper eine ovale Form hat und der Rücken leicht gewölbt ist. An der Oberfläche der Milbe wachsen kleine Dornen und Hautschuppen, die mit gefurchten Riefen ausgestattet sind. Besonders die vorderen und hinteren Beinpaare der Milbe ragen über den Körper hinaus, für einen besseren Halt auf der Haut oder entsprechender Flächen, verfügen die hinteren Beine über eine Art Haftplatte. Die männlichen Milben sind kleiner, spielen aber bei der Übertragung der Krätze keine nennenswerte Rolle. Je nach Fachliteratur werden die einzelnen Milben unterschieden, ob sie sich beispielsweise in der Haut des Menschen, des Hundes oder der Katze einnisten.

Wie genau befallen die Krätzmilben einen Menschen?

Bei den Kratzmilben sind es die weiblichen Tiere, die sich in deine Hautschicht eingraben und ein wahres Tunnelsystem bilden. Dies tun sie nicht aus reinem Vergnügen, sondern um ihre Eier abzulegen. Dieser Vorgang findet in folgenden Schritten statt:

– Zunächst begehen die Weibchen mit den Männchen Geschlechtsverkehr, die Männchen sterben unmittelbar nach der Vereinigung
– Nun graben sich die Weibchen mit ihren scharfen Mundwerkzeugen in die Haut ein, um dort zwischen drei und sechs Wochen zu leben
– Während dieser Zeitspanne legen sie etwa fünfzig Eier
– Nach drei bis fünf Tagen schlüpfen die kleinen Larven aus den Eiern und leben in den vorgebohrten Gängen ihrer Mutter
– Nach einer Häutung und einem weiteren Entwicklungssprung dauert es etwa 21 Tage, bis die Larven erwachsen sind

Somit ist es genau dieser Vorgang, in welchem du von den Krätzmilben befallen wirst. Die Milben nisten sich vor allem in der Haut zwischen Zehen, Fingern, unter den Achseln oder sogar im Genitalbereich ein. Bei Kindern kann es durchaus sein, dass die Krätzmilben auf der Kopfhaut oder der Innenseite von Händen und Füßen auftauchen. Dabei sind die Krätzmilben äußerst hartnäckig und lassen sich weder beim Duschen noch im Vollbad beseitigen.

Achte vor allem zunächst auf folgende Symptome:

– Starker und hartnäckiger Juckreiz
– Gerötete, schuppige Haut
– Teilweise können sogar kleine Knötchen oder Knubbel auftreten
– Mit Hilfe einer Lupe lassen sich sogar die kleinen Gänge der Milbe ausmachen
– Vom starken Kratzen kommt auch der Name „Krätze“

Wenn du diese Symptome an dir bemerkst oder unsicher bist, konsultiere deinen Hausarzt oder auch Hautarzt. Er wird dir bei der Beseitigung des Problems helfen und zunächst untersuchen, ob du tatsächlich von Krätzmilben betroffen bist. Dazu wird er die vorhandenen Stellen mit einer Lupe anschauen, um die Krätzmilben, die Gänge oder auch Hinterlassenschaften (also Kot) festzustellen. Um die Krätze zu bekämpfen, wird dir dein Arzt vor allem Cremes verschreiben, die du auf die Stellen aufträgst. Seit 2016 können auch Tabletten helfen, gerade wenn es sich um schwere Entzündungen handelt, die durch die Milben verursacht wurden. Die Krätze sollte unbedingt behandelt werden, da es auch zu einer chronischen Erkrankung werden kann, sollte diese Behandlung ausbleiben.

Krätze hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, sondern kann vor allem dort vorkommen, wo sich viele Menschen aufhalten- etwa in Altersheimen oder im Kindergarten. Dennoch ist eine Ansteckung auf „normalem“ Wege eher selten. Das Tückische ist jedoch, dass betroffene Personen oftmals gar nichts von ihrer Ansteckung wissen und du dich unwissend anstecken kannst.

Was du sonst tun kannst

Zunächst solltest du dich selbstverständlich an den Behandlungsplan von deinem Arzt halten oder bei Kindern / Angehörigen darauf achten, dass die Behandlung eingehalten und entsprechend fortgeführt wird. Zudem solltest du Wäsche, Bettwäsche, die in direkten Kontakt mit betroffenen Personen gekommen ist, mindestens bei 60 Grad waschen. Achte zudem auf eine ausreichende Hygiene, da dies die Verbreitung der Krätzmilbe erschwert. Nutze vor allem reichhaltige und rückfettende Produkte, mit denen du betroffene Hautstellen einreibst und sie so vor der Austrocknung schützt. Bist du dir nicht sicher, kannst du auch deinen Arzt um Rat fragen oder lässt dich in der Apotheke deines Vertrauens beraten.

Mit diesen oben genannten Tipps sollte es dir also nicht allzu schwer fallen, Symptome an dir selbst oder Familienmitgliedern zu entdecken und richtig einzuordnen. Wichtig ist in jedem Fall, dass du oder ihr einen Arzt aufsucht, um die Krätze richtig zu behandeln und einen chronischen Teufelskreis zu verhindern. Das „Gute“ an den Krätzmilben, bzw. der Krätze ist, dass sie sich sehr gut und effektiv behandeln lässt, in unseren Breitegraden jedoch nicht so häufig auftritt, es sei denn in Ballungsgebieten, verstärkt in Altenheimen oder Kindergärten.