Krätze behandeln

Definition von Krätze

Krätze DefinitionKrätze (Scabies, Acarodermatitis) ist eine Erkrankung der Haut, welche durch die Krätzemilbe (Sarcoptes scabiei variatio hominis), hervorgerufen wird. Diese hat mit gewöhnlichen Hausstaubmilben wenig zu tun. Scabies zählt somit zu den parasitären Krankheiten (Parasitosen), die durch Kleinstlebewesen verursacht werden. Diese benötigen andere Organismen, um sich fortzupflanzen und zu ernähren. Der Begriff „Krätze“ kommt von „sich kratzen“ und sagt aus, dass Betroffene einem unerträglichen, ständigen Juckreiz ausgesetzt sind und dadurch das Gefühl haben, sich immer wieder kratzen zu müssen.

Übertragen wird die Krätze durch Kontaktinfektionen, entweder von Mensch zu Mensch, aber auch durch Wäsche, welche mit Milben infiziert ist. Es kann im weiteren Verlauf zu Sekundärinfektionen, chronischen Ekzemen oder einer regionalen Lymphknotenentzündung kommen. Mit Komplikationen ist bei der borkenhaften Veränderung der Haut (Scabies norvegica), vor allem bei Patienten mit Immunschwäche, zu rechnen.

In der Regel treten die klassischen Symptome der Erkrankung erst nach zwei bis fünf Wochen nach der Ansteckung auf. Bei erneuten Übertragungen können bereits nach einigen Tagen typische Krankheitszeichen zu erkennen sein. Ohne entsprechende Therapie lässt sich Scabies nicht vollständig heilen, obgleich es auch immer wieder Fälle gibt, bei denen eine spontane Heilung eintritt.

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Vorkommen und Entstehung

Sarcoptes scabiei variatio hominis

Krätze Vorkommen und EntstehungSarcoptes scabiei variatio hominis gehören zu jenen Spinnentieren, die sich auf den Menschen spezialisiert haben, ihn also als einzig möglichen Wirt sehen. Daneben gibt es weitere Milbenarten, die die Hauterkrankung Krätze auch bei Tieren verursachen können. Die Grabmilben Sarcoptes-Räude rufen bei Tieren etwa eine parasitäre Hauterkrankung hervor, die der Scabies beim Menschen ähnelt.

Die weiblichen Krätzmilben, die den Menschen befallen, werden 0,3 bis 0,5 Millimeter groß und sind somit sogar noch mit bloßem Auge zu erkennen (als kleiner Punkt). Die männlichen Milben sind kleiner und werden nur unter dem Mikroskop sichtbar. Die Weibchen werden vier bis sechs Wochen alt und legen in dieser Zeit täglich zwei bis vier Eier. Befinden sich die Krätzmilben außerhalb ihres Wirts, zum Beispiel auf Möbeln oder Kleidung, überleben sie maximal zwei Tage. In einigen Fällen, etwa bei warmen Temperaturen oder geringer Luftfeuchtigkeit, leben sie nur einige Stunden.

Vorkommen der Scabies

Schon seit Jahrtausenden leidet die Menschheit unter der Hautkrankheit Scabies. Zwar ist die Krätze in Mitteleuropa seltener geworden. Dennoch kommt es von Zeit zu Zeit zu Ausbrüchen der Erkrankung, überwiegend in Gemeinschaftseinrichtungen wie Krankenhäusern, Kindertagesstätten und Altersheimen. In Entwicklungsländern sind hingegen einige Regionen stark von Scabies betroffen (bis zu 30 % der Bevölkerung). Im schlimmsten Fall kann es sogar zu Endemien kommen. Neu auftretende Infektionen und chronische Zustände machen es den Ärzten schwer, die Krätze zu behandeln. Nur unter großer Anstrengung und hohem Aufwand ist es dann möglich, die Erkrankung wirkungsvoll zu bekämpfen.

Eine Meldepflicht für den Befall mit Krätzmilben besteht nicht, es sei denn, die Krankheit bricht in den erwähnten Gemeinschaftseinrichtungen aus. Einzelfälle, die bei alten Menschen und Kindern auftreten, müssen jedoch nicht gemeldet werden. Weltweit wird die Zahl der Krätze-Erkrankten auf mehr als 300 Millionen geschätzt. Dabei ist zu beachten, dass für einzelne Länder, insbesondere Entwicklungsländer, keine verwertbaren Daten vorliegen.

Entstehung von Scabies

Krätzemilben pflanzen sich auf der Haut des Menschen fort. Die Männchen sterben nach der Begattung. Die weiblichen Milben bohren aber kleine Tunnel mit Hilfe ihrer kräftigen Mundwerkzeuge in die äußere Hautschicht, auch als „Stratum corneum“ bezeichnet. In diesen Tunneln leben die Milben einige Wochen, legen Eier und scheiden zahlreiche Kotballen (Skybala) aus. Das Schlüpfen der Larven erfolgt nach einigen Tagen. Schon nach zwei weiteren Wochen sind diese geschlechtsreif. Sie wandern an die Oberfläche der Haut und der Zyklus beginnt von vorne. Die Vermehrung beträgt etwa drei Wochen. Nach der Begattung bleiben die erwachsenen Milben-Weibchen zwischen 30 und 60 Tagen lebensfähig. Das Tunnelsystem verlassen sie in der Regel nie wieder.

Krätzemilben greifen den menschlichen Körper weder an, noch produzieren sie irgendein Gift. Auch die Gänge, die sie unter der Haut graben, verursachen keinen Juckreiz oder Schmerzen. Die Symptome entstehen lediglich, weil das Immunsystem des Menschen auf die Parasiten und deren Abfallprodukte empfindlich reagiert. Die Folge: Bestimmte Botenstoffe und Zellen werden aktiviert, die zu Rötungen, Schwellungen und Juckreiz führen. Die geschädigten Hautbereiche können sich entzünden. Durch das meist unterbewusste, automatische Kratzen werden sie zusätzlich irritiert. Schließlich können bakterielle Sekundärinfektionen hinzukommen.

Risikogruppen

Krätze RisikogruppenEinige Personengruppen sind häufiger von Scabies betroffen, als der größte Teil der Bevölkerung. Dazu zählen:

          • Kinder

Kinder haben untereinander häufig Körperkontakt. Da sich das junge Immunsystem noch vollständig ausbilden muss, ist es mehr gefährdet als das von Erwachsenen.

          • Ältere und demenzkranke Menschen

Alte Menschen sind vor allem dann betroffen, wenn sie bereits Vorerkrankungen erlitten haben und in Gemeinschaftseinrichtungen untergebracht sind. Auch ihr Immunsystem ist geschwächt und stärker gefährdet.

          • Menschen mit geringer Juckreiz-Wahrnehmung

Verschiedene Menschengruppen, zum Beispiel Zuckerkranke oder Menschen mit Down-Syndrom, können Juckreiz nicht oder nur vermindert wahrnehmen.

          • „Kranke“ Personengruppen

Vor allem auch HIV-Positive, Chemotherapie-Patienten, Leukämie-Erkrankte und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind stark betroffen.

Generell steigt das Risiko, an einer solchen Infektion zu erkranken, in der kalten Jahreszeit. Anders als zunächst angenommen, spielt die Körperhygiene hingegen eine kleinere Rolle. Selbst bei intensiver Körperhygiene kann das Infektionsrisiko kaum gesenkt werden. Allerdings ist die Körperpflege in Bezug auf die Ausprägung der Krätze sehr wohl wichtig.

Ansteckungsgefahr bei Krätze

Krätze AnsteckungsgefahrIm Großen und Ganzen kann die Frage, wie man sich mit Krätzmilben anstecken kann, wie folgt beantwortet werden: Es gibt in der Regel drei Ansteckungswege bei Krätze. Dabei handelt es sich um die Ansteckung von:

          • Mensch zu Mensch
          • Tier zu Mensch
          • Kleidung und Gegenstände zu Mensch

Bei der Übertragung von Mensch zu Mensch spielt ein länger anhaltender Körperkontakt eine große Rolle. Die Milben können in diesem Fall

          • beim Spielen,
          • bei der Körperpflege,
          • beim Schlafen,
          • beim Geschlechtsverkehr,
          • beim Kuscheln

übertragen werden. Im Gegensatz dazu reicht ein kurzes Händeschütteln oder gar eine Umarmung als Ursache für die Krätze meist nicht aus. Bei der Borkenkrätze, welches eine hochansteckende Form der Erkrankung ist, kann allerdings auch ein kurzer Hautkontakt ausreichen, um sich anzustecken. Diese Form der Krätze geht mit Krustenbildung einher, so dass auf der Haut eine hohe Anzahl von Milben vorzufinden ist.

Bei der Übertragung der Krätze von Tier zu Mensch ist davon auszugehen, dass die Milben relativ schnell absterben und die Hautreizungen nach kürzester Zeit von selbst verschwinden. Der Befall von Krätzemilben auf Haustiere und die Übertragung auf Menschen kommt nur gelegentlich vor.

Ebenfalls relativ selten ist die Übertragung von Milben, welche die Krätze verursachen, über Gegenstände oder Kleidung. Obacht zu geben ist bei:

          • gemeinsam genutzter Bettwäsche
          • Decken
          • Polstern

Auch hier stellen Gemeinschaftsunterkünfte eine besondere Gefahr bei der Ansteckung von Krätze dar. Meist handelt es sich um die hochansteckende Form, nämlich die Borkenkrätze.

Inkubationszeit der Krätze

Krätze InkubationszeitBei der Inkubationszeit handelt es sich um einen Begriff aus der Infektiologie. Es ist der Zeitraum, welcher zwischen der Infektion (Ansteckung) mit dem Krankheitserreger (in diesem Fall Milben) und dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen (Symptome) vergeht. „Incubare“ steckt in dem Wort Inkubationszeit. Es stammt aus dem Lateinischen und ist mit „Ausbrüten“ gleichzusetzen. Abhängig von der Krankheit kann die Inkubationszeit wenige Stunden bis hin zu einigen Jahrzehnten betragen. Es kommt unter anderem darauf an, wie schnell sich die Erreger im Körper vermehren. Bei der Krätze beträgt diese Zeit zwischen zwei und sechs Wochen.

 

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Symptome von Krätze

krätze-scabies-bilderObwohl die Symptome von Krätze typisch sind, werden sie teilweise nicht erkannt. Das führt zu Verwechslungen mit anderen Krankheiten. Deshalb ist die Frage „Was sind die Symptome von Krätze?“ gar nicht so ungewöhnlich.

Der Grund ist darin zu sehen, dass in Deutschland Krätze bis vor kurzem sehr selten vorgekommen ist. Erst in den letzten Jahren ist wieder ein deutlicher Anstieg dieser Erkrankung zu verzeichnen. Zunächst wird der Patient durch einen starken Juckreiz geplagt. Es handelt sich um eine parasitäre Hauterkrankung, wobei der Juckreiz ein charakteristisches Krankheitszeichen ist.

Die Frage „Wie kann man Krätze erkennen?“ lässt sich durch die folgenden optischen Anzeichen klären:

          • Pusteln
          • Knötchen
          • Hautausschläge (Exantheme)
          • Bläschen, die mit Flüssigkeit oder Eiter gefüllt sein können
          • Krustenbildung, nach dem Aufplatzen der Bläschen

Prinzipiell wird nur von einem direkten Anzeichen der Krätze ausgegangen. Es handelt sich um die Milbengänge. Diese von den Parasiten gegrabenen Tunnel in der oberen Hautschicht werden zwei bis drei Zentimeter lang. Die Form ist als gewunden und unregelmäßig zu bezeichnen. Oftmals sind sie nicht mit dem bloßen Auge erkennbar, wenn doch haben sie eine bräunlich-rötliche Farbe. Ein Patient, der sonst keine gravierenden Krankheiten aufweist, hat in der Regel zwischen elf – zwölf Milbengänge. Liegt bereits eine Immunschwäche vor, können es mehrere Millionen Gänge sein. Die medizinische Bezeichnung zu diesem Bild ist Scabies Norvegica, Scabies Crustosa oder einfach nur Borkenkrätze.

Wichtig bei den Symptomen ist noch die Feststellung, welche Körperstellen von den Weibchen der Milben bevorzugt werden, um ihre Eier abzulegen.

          • Achselregionen
          • Nabel
          • Anus
          • Penisschaft
          • Fußränder, innen
          • Interdigitalfalten (befinden sich zwischen den Fingern und den Zehen)
          • Brustwarzenvorhöfe

Seltener betroffen sind der Kopf und der Nacken. Die Ausnahme sind erkrankte Babys. Dort wird man den Milbenbefall auch an den Hand- und Fußsohlen, im Gesicht und an ihrem behaarten Kopf entdecken.

Sonderformen/ -symptome der Krätze

Je nach Art der Symptome und Ausprägung lässt sich die Krätze in verschiedene Sonderformen einteilen. Die genannten Krätze-Symptome können hierbei variieren. Auch können weitere hinzukommen.

Unterschieden werden:

          • Gepflegte Scabies
          • Bullöse Scabies
          • Nodöse Scabies
          • Borkenkrätze/ Scabies norvegica (crustosa)

Gepflegte Scabies: Bei dieser Form der Krätze betreiben die Erkrankten eine intensive Körperpflege unter Benutzung von Kosmetika. Eventuelle Hautveränderungen sind deshalb oft nur schwer zu erkennen, was das eindeutige Stellen einer Diagnose erschwert.

Nodöse und bullöse Scabies: Bei diesen Sonderformen ist eine starke Bildung bräunlich-rötlicher, stark juckender Knötchen zu erkennen. Es befinden sich keine Milben darin. Jedoch können sie in Einzelfällen noch Monate nach einer erfolgreichen Behandlung zu sehen sein. Kommt es zur Entstehung zahlreicher Blasen (Bullae, Vesiculae) in verschiedenen Größen, so spricht man von einer bullösen Scabies. Diese Sonderform tritt vermehrt bei Kindern auf.

Scabies crustosa: Die Borkenkrätze unterscheidet sich stark von allen übrigen Krätze-Formen. Der Milbenbefall fällt hierbei sehr stark aus. Am gesamten Körper kommt es zu einer Hautrötung, auch als Erythrodermie bezeichnet. Daneben bilden sich zahlreiche kleine und mittelgroße Schuppen. An den Fuß- und Handflächen entstehen Hyperkeratosen (dicke Hornhautschichten). Somit kommt es vor allem an Handgelenken, Handrücken, Fingern und Ellenbogen zur Entstehung von bis zu 15 Millimeter dicken Borken. Unter den Krusten ist die Haut feucht-glänzend und rot. Zwar treten sie in der Regel auf ein bestimmtes Gebiet begrenzt auf, können sich jedoch auch in Richtung Ohren, Kopfhaut, Rücken sowie Fußsohlen weiter ausbreiten. Der Juckreiz, das eigentlich deutlichste Symptom bei Krätze, kann hier völlig fehlen.




Diagnostik bei Krätze

Da Krätze selten direkt zu erkennen ist, kommt die Frage auf: „Wie wird die Diagnose Krätze gestellt?“. Die Milben sitzen am Ende des Gangs und sind so mit dem bloßen Auge kaum auszumachen. Der Hautarzt setzt zur Diagnostik ein Dermatoskop ein. Es kommt in der Funktionsweise einer Lupe gleich. Als bräunliches Dreieck wird so der Vorderleib einer Milbe erkennbar. Zur Sicherung der Anfangsdiagnose werden Milbengänge geöffnet. Der Arzt benutzt hierfür ein Skalpell oder eine Nadel. Dabei entnimmt er das Untersuchungsmaterial und gibt es auf einen Objektträger. Alternativ kann auch ein Streifen von einem Klebefilm verwendet werden. Klar sichtbar werden jetzt unter dem Mikroskop:

        • Milben
        • Eier
        • Larven
        • Kotballen

Bei geringem Befall gestaltet sich der Nachweis von Krätzemilben schwierig, da man die wenigen Milben häufig nicht finden kann und auf Verdacht behandeln muss. Wenige Hautschuppen oder ein geringer Teil abgeschabter Haut (Exkoriation) ist bei der norwegischen Krätze eine weitere Möglichkeit zur Nachweisführung.

Zudem können die Milbengänge vom Arzt angefärbt werden, was eine weitere effiziente Methode bei der Diagnostik darstellt: Mittels Farbstift wird ein Punkt auf die Haut gebracht, auf den Alkohol (Ethanol) gegeben wird. Die Kapillarkraft saugt den Farbstoff und den Alkohol in die Milbengänge. Nach und nach wird der Verlauf der Gänge deutlich sichtbar.



Therapie der Krätze

Wirkstoff Permethrin

Krätze behandeln ist relativ einfach, dazu kommt am häufigsten zur Behandlung von Krätze in Deutschland der Wirkstoff Permethrin zum Einsatz. Der Arzt wird ihn in Form von Creme verordnen, welche großflächig aufzutragen ist. Nach etwa acht bis zwölf Stunden ist diese wieder sorgfältig abzuwaschen. Wird die Creme von einer anderen Person aufgetragen, sollte diese, um sich nicht zu infizieren (anzustecken) Handschuhe tragen. Das Wechseln der Wäsche und auch der Bettwäsche ist nach der Behandlung anzuraten. Meist ist dieser Vorgang, wenn nach zwei Wochen immer noch Anzeichen der Krätze vorhanden sind, zu wiederholen.

Nach Therapiebeginn wird die nächste ärztliche Kontrolle nach etwa vier Wochen stattfinden. Nur so kann ein erneutes Aufflammen der Erkrankung ausgeschlossen werden. Hautveränderungen und auch der Juckreiz können noch Wochen nach erfolgreicher Behandlung bestehen bleiben. In diesem Fall spricht der Arzt von einem postskabiösen Ekzem. Das bedeutet so viel, dass es um eine Entzündung geht, die als Folge der Scabies auftritt. Bestandteile der abgetöteten Milben und deren Eier bleiben in der Haut zurück. Die körpereigene Abwehr reagiert mit einer Entzündung darauf.

Verbessert wird dieser Zustand durch das Auftragen von Cremes und Salben, die gegen diese Entzündungen wirken. Der Arzt wird spezielle Verordnungen vornehmen. Damit sich die Haut schneller erholt, können zusätzlich noch rückfettende Pflegecremes aufgetragen werden. Der Vorteil vom Permethrin ist in seiner guten Verträglichkeit zu sehen. Allerdings ist der Dosierungshinweis einzuhalten, da es in größeren Mengen giftig ist. Wenn möglich, sollte das Auftragen auf offene Wunden vermieden werden.

Sind Hautstellen befallen, die schon stark verhornt sind, sollten diese vor der Behandlung mit erweichenden Mitteln, wie Salicylsäure, behandelt werden. Sollte sich die Haut durch die Krätzmilben schon stark entzündet haben, wird der Arzt vor Therapiebeginn eine entzündungshemmende Salbe, meist kortisonhaltig, verordnen. Nur unter ärztlicher Kontrolle sollte die Behandlung von Säuglingen und Kleinkindern erfolgen. Ein zu warmes Bad regt die Durchblutung zu stark an und die Aufnahme größerer Mengen des Wirkstoffs ist möglich. Deshalb vor der Behandlung das Badewasser nicht zu heiß wählen.

Sollte eine Therapie mit Permethrin nicht in Frage kommen, kann der Wirkstoff Allethrin als Spray in Verbindung mit Piperonylbutoxid eingesetzt werden. Allerdings kommt dieser wegen möglicher Komplikationen nur selten zum Einsatz.

Wirkstoffe Benzylbenzoat und Crotamiton

Dem Arzt stehen zur Therapie weitere Wirkstoffe zur Verfügung. Zur Behandlung von Krätze kommen auch Benzylbenzoat und Crotamiton in Betracht. Der Vorteil dieser beiden Mittel ist, dass sie rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind und man sich theoretisch den Gang zum Arzt sparen könnte. Allerdings sollte man vorher immer einen Arzt aufsuchen, um andere Ursachen für den Hautausschlag auszuschließen.

Benzylbenzoat (Antiscabiosum) wird vor allem in osteuropäischen Ländern zur Behandlung von Krätze genutzt, da es günstiger ist als Permethrin. Im Gegensatz zu Permethrin muss Benzylbenzoat drei Tage in Folge als Creme auf die Haut aufgetragen werden, um die Krätze effektiv zu behandeln. Am vierten Tag wird es abgespült. Danach wird in der Regel eine Pause von 14 Tagen gemacht und anschließend bei Bedarf eine wiederholte Behandlung durchgeführt. In Deutschland ist Benzylbenzoat, das anders als Permethrin nicht zu den Pestiziden gehört, als 10-prozentige Zubereitung für Kinder ab 12 Jahren und als 25-prozentige Zubereitung für Erwachsene erhältlich. Die genaue Wirkweise des Benzosäurederivats ist unbekannt.

Crotamiton, ein Toluidinabkömmling, löste die Schwefelzubereitungen ab, die in den 50er Jahren gebräuchlich waren. Insbesondere in Deutschland gilt es als das bevorzugte Mittel für die Behandlung von Säuglingen. Gemäß amerikanischer Produktinformation ist die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern aber nicht nachgewiesen. Das Mittel wird drei bis fünf Tage lang aufgetragen. Auch hier ist der Wirkmechanismus bislang nicht eindeutig nachgewiesen. Crotamiton ist allerdings dafür bekannt, dass es den Juckreiz verringern soll.

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Benzylbenzoat bekämpft die Krätze (Scabies), eine stark juckende, nicht allergische Hauterkrankung. Es wird äußerlich auf die Haut aufgetragen und tötet dort zuverlässig die Krankheit verursachenden Krätzmilben ab.

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CrotamitonCrotamiton ist ein Krätzmilbenabtötender Wirkstoff aus der Gruppe der Insektizide zur Behandlung der Krätze und zur Linderung der damit verbundenen Folgeerscheinungen wie starkem Juckreiz.

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Wirkstoff Ivermectin

Eine weitere Möglichkeit zur Therapie bei schwierigen Fällen der Krätze ist Ivermectin. Dabei handelt es sich um eine Tablette, die zur Behandlung eingenommen werden kann. Offiziell ist Ivermectin, laut www.nlga.niedersachsen.de, zur Therapie der Krätze in Deutschland nicht zugelassen. In Extremfällen wird sie der Apotheker, streng nach der ärztlichen Verordnung, im europäischen Ausland bestellen. Bei dieser Alternative sind einige Tage einzuplanen, ehe das Medikament geliefert werden kann.

Ivermectin galt früher einmal als das ertragreichste Veterinär-Medikament der Welt. Es handelt sich, wie die Makrolid-Antibiotika, um ein makrozyklisches Lakton. Schon lange verwendet man es bei der sogenannten menschlichen Flussblindheit. In Frankreich ist es als einziges Mittel zugelassen um eine Infektion mit Krätzmilben zu behandeln. Das Präparat bindet an glutamat-gesteuerte Ionenkanäle von Muskel- und Nervenzellen und führt bei den Milben zu Lähmung und Hyperpolarisation. Grundsätzlich wird es Kindern mit einem Körpergewicht unter 15 Kilogramm sowie Schwangeren nicht empfohlen, da auch eine Aufnahme über die Muttermilch erfolgt. Begleiterscheinungen können unter anderem Kopfschmerzen und Erbrechen sein.

Vorteile/Nachteile der äußerlichen Behandlung

Das wichtigste Ziel, wenn man Krätze behandeln möchte, ist das Abtöten der Parasiten. Die meisten Medikamente werden dafür direkt auf die Haut aufgetragen. Dazu gehören die bereits genannten Mittel Permethrin, Allethrin und Benzylbenzoat. Früher kam noch Lindan zum Einsatz, was sich aber als giftig erwies und deshalb nicht mehr in Gebrauch ist. Neben dem preiswerten Benzylbenzoat werden vor allem in Entwicklungsländern vermehrt noch schwefelhaltige Produkte eingesetzt. In Deutschland kommen diese aufgrund der möglichen Giftigkeit und des unangenehmen Geruchs nicht mehr zum Einsatz.

Die gängigen Medikamente zum Einreiben rufen Studien zufolge bei der Krätze-Behandlung nur in wenigen Fällen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Durchfall und Hautausschläge hervor. Das selten angewandte Präparat Allethrin kann im Bereich der Atemwege bei Erkrankten mit verschiedenen Vorerkrankungen der Lungen und Bronchien aber zu ernstzunehmenden Komplikationen führen.

Vorteile/Nachteile der innerlichen Behandlung

In erster Linie kommt die Behandlung mit Ivermectin, das auch als Wurmmittel verwendet wird, bei Patienten in Betracht, bei denen eine äußerliche Behandlung der Krätze nicht die gewünschte Wirkung gezeigt hat. Ferner wird der Arzt auf diese Behandlungsmethode zurückgreifen, wenn absehbar ist, dass eine äußerliche Behandlung nicht erfolgversprechend ist.

Der Befall von hunderten Milben, wie sie bei der Borkenkrätze der Fall ist, bedarf einer schnellen Therapie. Aber auch bei Menschen, die es nicht ertragen können, dass die skabizide Creme wenigstens acht Stunden auf der Haut verbleibt, können vom Arzt Ivermectin verschrieben bekommen. Schwierig gestaltet sich die Behandlung der Krätze während der Schwangerschaft und der Stillzeit. Offiziell, wie bereits erwähnt, ist hierfür in Deutschland kein Mittel zur innerlichen Behandlung gegen Krätze zugelassen. Im Einzelfall ist es daher eine Ermessensfrage des Arztes, welches Medikament gegen Krätze verordnet wird.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Zunächst sollten einige grundlegende Dinge befolgt werden. Dazu gehören das regelmäßige Desinfizieren der Hände und das Reinigen der Bettwäsche bei möglichst hohen Temperaturen. Alle Textilien, mit denen ein Betroffener seit dem Auftreten der Infektion in Berührung kam, sollten regelmäßig in einen schwarzen Plastiksack gegeben und für einige Stunden in die Sonne gestellt werden. Hierdurch werden die Milben, die sich noch in den Textilien befinden, abgetötet. Zum einen wird ihnen so die Nahrungsgrundlage versagt, zum anderen vertragen sie Temperaturen über 60 Grad nicht.

Auch kalte Temperaturen verursachen Probleme und führen zum Absterben der Milben. Das Einfrieren der Textilien stellt somit eine Alternative dar. Ferner sollten auch Gegenstände wie Matratzen oder Kinderspielzeug vorsichtshalber auf dieselbe Weise behandelt werden. Bei einer normalen Luftfeuchtigkeit können die Krätzmilben nicht mehr als vier Tage überleben. Benutzte Handtücher oder Bettwäsche können also auch auf eine Wäscheleine im Außenbereich gehängt werden. Ein tägliches Absaugen aller Fußbodenbeläge sowie der Polstermöbel ist ebenfalls hilfreich.

Ferner gibt es, wie bei vielen anderen Krankheiten, auch für Scabies einige Hausmittel, die zumindest ansatzweise für Linderung sorgen können. Klassische Behandlungsmethoden können bei sehr empfindlicher Haut zu negativen Hautreaktionen führen. Eine Alternative stellt hier das pflanzliche Teebaumöl dar. Allerdings ist die Wirkung deutlich geringer.

Betroffene berichten zudem immer wieder davon, dass neben Teebaumöl auch fünfprozentiger Essig sowie Lavendelöl, die ebenfalls einfach auf die kranken Hautstellen aufgetragen werden, hilfreich sind. Ebenso können Bäder mit Rosmarin-Öl für eine Linderung des Juckreizes sorgen. Was Erkrankte in jedem Fall vermeiden sollten, ist das Aufkratzen der befallenen Hautstellen. Selbst wenn es noch so schwer fällt, weil es vermutlich sehr stark juckt, ist dies wichtig, um die Entstehung neuer Infektionen zu vermeiden.

Sonderfälle bei der Krätze-Therapie

Unter bestimmten Umständen kann eine alternative Krätze-Behandlung notwendig werden. In der Regel sind die verwendeten Medikamente aber die gleichen.

Schwangere, stillende Mütter, Kinder

Das klassische Medikament Permethrin wird auch genutzt um eine Infektion mit Krätzmilben bei Schwangeren, stillenden Frauen, Neugeborenen und Kindern zu behandeln. Die Dosierung wird aber so weit reduziert, dass weniger des Wirkstoffes in den Körperkreislauf eindringen kann. Stillende Mütter sollten nach einer Scabies-Behandlung das Stillen für zwei bis drei Tage unterbrechen, weil sich der Wirkstoff auch in der Muttermilch befindet.

Bei Neugeborenen und Kindern unter drei Jahren ist das Anwendungsschema das Gleiche wie auch bei erwachsenen Betroffenen, wobei man hier auch den Kopf mitbehandelt. Die Bereiche um Augen und Mund werden ausgespart. Darüber hinaus sollte die Creme nicht aufgetragen werden, wenn die Kinder frisch gebadet wurden, weil mehr Wirkstoff durch die anschließende gesteigerte Durchblutung der Haut über diese aufgenommen wird.

Crotamiton kommt vor allem bei Kindern als Alternative zu Permethrin in Frage. Ansonsten spielt er bei der Behandlung von Krätze nur eine untergeordnete Rolle. Bei schwangeren Frauen ist der Wirkstoff nur unter größter Vorsicht zu verwenden. Hier wird zuvor die Gabe von Benzylbenzoat versucht. Invermectin und Allethrin kommen während der Schwangerschaft nicht in Frage.

Vorgeschädigte Haut

Die menschliche Haut bildet eine natürliche Barriere, die das Eindringen bestimmter äußerlicher Faktoren in das Innere des Körpers verhindern oder zumindest erschweren soll. Ist die Haut aber geschädigt, etwa nach Kratzen oder durch Ausschläge, haben es Krankheitserreger und auch aufgetragene Medikamente leichter, in den Körper zu gelangen. Durch die stärkere Resorption der Inhaltsstoffe kann es sodann zu Nebenwirkungen kommen. Deshalb ist es bei Hautdefekten wichtig, zunächst eine Behandlung dieser Probleme durchzuführen, etwa durch Cortisol, und erst dann mit einer Krätze-Behandlung zu beginnen. Ist dies nicht möglich, wird in einigen Fällen auf eine systemische Ivermectin-Therapie zurückgegriffen.

Allgemeine Maßnahmen bei der Krätze-Therapie

Neben der eigentlichen Behandlung mit den genannten Präparaten gibt es einige wichtige Maßnahmen, die in Zusammenhang mit einer Krätze-Therapie stehen. Diese sollen weiteren Ansteckungen vorbeugen und die Heilungsschritte unterstützen.

Das Personal, das die Erkrankten behandelt, sollte Handschuhe tragen. Bei besonders schweren Fällen, wie der Borkenkrätze, ist es zudem ratsam, auf Schutzkittel zurückzugreifen.

Die Anti-Milben-Mittel, die äußerlich angewendet werden, entfalten eine bessere Wirkung, wenn sie nach etwa einer Stunde nach einem Vollbad auf die Hautflächen aufgetragen werden.

Sowohl beim Personal als auch bei den Patienten selbst sollten die Nägel so weit wie möglich gekürzt und die Bereiche darunter vorsichtig ausgebürstet werden.

In der Zeit, in der die Medikamente einwirken, sollten die Patienten Baumwollhandschuhe tragen und darüber möglichst auch noch Plastikhandschuhe.

Nach dem Abspülen der jeweiligen Medikaments ist es sinnvoll, auf frische Kleidungsstücke zurückzugreifen und diese anzuziehen.

Bettwäsche, Kleidung und andere Gegenstände, die ein Betroffener längere Zeit in Verwendung hatte, sollten bei 60 Grad Celsius in der Maschine gewaschen werden.

Alle Kontaktpersonen sollten regelmäßig auf Symptome einer Scabies untersucht werden, selbst wenn alle Hygienemaßnahmen eingehalten wurden.

Komplikationen bei Krätze

Wie bei den meisten Krankheiten können auch bei Krätze Komplikationen eintreten. Am häufigsten ist dabei die bakterielle Superinfektion zu beobachten. So wird die zusätzliche Ansteckung mit anderen Erregern genannt, die zu der bereits vorliegenden Erkrankung auftritt. Im Falle der Scabies können beispielsweise diverse Bakterien leichter in die betroffenen Hautpartien eindringen und dort die sogenannte Impetignisierung (weitere Infektionen) verursachen. Die Bakterien gelangen durch die wahrscheinlich zerkratzte Haut in das Innere. Diesen Substanzdefekt nennt man in der Medizin Exkoriation.

Bei den Bakterien handelt es sich meistens um Streptokokken oder Staphylokokken, die in schlimmen Fällen

eine Wundrose (Erysipel) verursachen können. Diese tritt innerhalb eines begrenzten Hautareals auf und geht mit Begleiterscheinungen wie Schüttelfrost und Fieber einher.

eine Lymphangitis, eine Entzündung der Lymphgefäße, sowie eine Lymphadenopathie, eine deutliche Schwellung der Lymphknoten, hervorrufen können.

zu rheumatischem Fieber sowie in einigen Fällen zu einer bestimmten Form der Nierenentzündung (Glomerulonephritis) führen. Zu beiden Komplikationen kann es nach wenigen Wochen nach der Ansteckung mit Streptokokken aus der Gruppe A kommen. Sie sind jedoch selten.

Derartige Superinfektionen werden mit bestimmten Antibiotika behandelt.

Eine weitere denkbare Komplikation bei Scabies ist ein irritatives Ekzem (Exsikkationsekzem), das durch die Behandlung mit Anti-Milben-Mitteln ausgelöst wurde. Die Haut ist dabei rissig und stark gerötet. In diesem Fall handelt es sich nicht um eine Folge der Krätze, sondern um eine austrocknende Wirkung des Anti-Milben-Mittels. Die Patienten klagen dabei über ein leichtes Jucken und Brennen.

Eine andere Vermutung, warum betroffene Hautstellen auch noch nach einigen Wochen oder Monaten nach einer erfolgreichen Behandlung jucken, ist folgende: In der Zeit der Erkrankung werden bestimmte Nervenfasern durch den stetigen Juckreiz immer wieder aktiviert. Danach erfolgt vermutlich eine Umprogrammierung bzw. Sensibilisierung der Nervenzellen im Rückenmark. Weil die Nerven quasi dauergereizt sind, melden sie dem Gehirn einen anhaltenden Juckreiz, obwohl es den Auslöser längst nicht mehr gibt.

Nach einigen Monaten sollten die drei Krätze-Symptome und der Juckreiz aber endgültig abklingen.

Prognose für Krätze

Die Prognose für Krätze ist als gut zu bezeichnen. Durch die geeignete Therapie werden in den meisten Fällen alle Milben entfernt. Zusätzliche, ausreichende Körperhygiene trägt dazu bei, dass die Krätze problemlos ausheilt. In seltenen Fällen gelangen Krankheitserreger in die Kratzwunden, woraus sich die soeben beschriebenen Infektionen entwickeln können. Eine weitere Steigerungsform wäre die Blutvergiftung (Sepsis). Chronisch kann die Krätze werden, wenn sie nicht behandelt wird. Dann heilt sie nur in seltenen Fällen spontan wieder aus.

Die Symptome der Scabies sind häufig noch nach mehreren Wochen zu spüren. Auch die Haut der Betroffenen, die durch intensives Kratzen sowie Austrocknung zusätzlichen Schaden genommen hat, benötigt einige Zeit, um sich vollständig zu erholen. Nach einer erfolgreichen Behandlung, sollten alle Symptome aber alsbald verschwunden sein.

Ein Problem stellt die erfolgreiche Behandlung der Krätze in Gemeinschaftseinrichtungen dar. Hier kommt es nicht selten zu wiederholten Infektionen. Der Grund: Eine strenge Behandlung aller Betroffenen sowie der dazugehörigen Kontaktpersonen ist sehr zeitaufwändig und lässt sich schwer umsetzen. Eine sehr gute Hygiene sowie die Einhaltung strenger Vorschriften sind wichtige Voraussetzungen, um langfristige Erfolge zu erzielen.

Prophylaxe vor Krätze

Es gibt viele Möglichkeiten, sich vor einer Ansteckung zu schützen. Ein direkter länger andauernder Hautkontakt zu erkrankten Personen sollte vermieden oder wenigstens reduziert werden. Sollte es dennoch zu einem Verdacht kommen, sich angesteckt zu haben, ist nicht zu mit einem Arztbesuch zu zögern. Vor allem dann, wenn es sich um den schwereren Fall der Borkenkrätze handelt. Da genügt schon ein flüchtiger Kontakt mit der erkrankten Person.

Eine weitere wichtige Maßnahme zur Vorbeugung, um sich nicht mit dieser Erkrankung anzustecken, ist die Behandlung der Wäsche. Einmal täglich sind Handtücher, Unterwäsche, Bettwäsche und auch Kleidung zu wechseln. Die Waschtemperatur muss mindestens 60 Grad betragen. Für Gegenstände, wie Schuhe, Plüschtiere und dergleichen, die nicht bei solchen Temperaturen gewaschen werden können gilt eine andere Vorgehensweise. Sie werden, wie bereits erwähnt, in Plastiksäcke gegeben und gut verschlossen. Auch Polstermöbel bedürfen einer besonderen Behandlung. Diese sind gründlich abzusaugen und anschließend mindestens vier Tage nicht zu benutzen.

Obwohl keine offizielle Meldepflicht für Krätze gilt, dürfen Kinder, bei denen Verdacht auf Krätze besteht weder den Kindergarten noch die Schule, besuchen. Im Infektionsschutzgesetz steht ferner, Personen, die daran erkrankt sind, dürfen keine Gemeinschaftseinrichtung wie ein Altenheim besuchen bzw. dort während der Erkrankung arbeiten. Des Weiteren müssen diese von den Betroffenen über die Erkrankung informiert werden. Es erfolgt durch die Gemeinschaftseinrichtungen eine Mitteilung an das zuständige Gesundheitsamt. Es wird nun durch den behandelnden Arzt oder das Gesundheitsamt festgelegt, wann ein Besuch des Betroffenen in der Gemeinschaftseinrichtung möglich ist. Das betrifft auch dort tätiges Personal.

Verhaltenshinweise bei Krätze

Sobald erste Anzeichen von Krätze auftreten, sollte der Arzt konsultiert werden. Ihm stehen wirksame Medikamente zur Behandlung zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um sogenannte Skabizide. Verordnet werden sie zum Auftragen auf die Haut. Es können

        • Cremes
        • Sprays
        • Salben

sein. Der Kontakt zu anderen Personen sollte vorübergehend eingeschränkt werden, um eine Ansteckung zu vermeiden. Im Punkt Prophylaxe (Vorbeugung) gibt es hierzu weitere Hinweise.

Verhaltenstipps im Überblick

 Nicht kratzen, um die Scabies nicht zu verschlimmern. Selbst wenn der Juckreiz noch so stark ist, es kann zu bakteriellen Entzündungen kommen!

 Bettzeug und Kleidungsstücke sind durch den Hautkontakt mit Milben befallen. Sie sollten täglich gewaschen und gewechselt werden, möglichst bei 60 Grad!

 Auch benutzte Handtücher sollten regelmäßig und sehr heißt (möglichst auf 90 Grad) in der Maschine gewaschen werden. Hier gilt: Je heißer, desto besser, damit sich die Milben nicht im Handtuch überleben.

 Ebenso sind Teppichböden und Polstermöbel täglich gründlichst zu reinigen. Sie bieten Krätzmilben einen guten Nährboden. Ein regelmäßiges Absaugen und Abwischen beugt der Ausbreitung der Parasiten vor.

 Erkrankte Hautstellen können ergänzend mit Teebaumöl, das in Drogeriemärkten oder Apotheken erhältlich ist, eingerieben werden. Nicht überdosieren, um die Haut nicht zusätzlich zu reizen!

 Ein Bad tötet meist nicht alle Parasiten ab. Die Zugabe von Rosmarin-Öl kann helfen.

 Wenn die Haut an den Händen und Füßen stark betroffen ist, können regelmäßige Fuß- und Armbäder mit Kampfer hilfreich sein. Die Haut wird dabei nicht zu sehr belastet.

 Auch Essig (5 %) gilt als gutes Hausmittel gegen Milben. Dieser wird auf die Haut getupft und nach einer gewissen Einwirkzeit mit klarem Wasser abgespült.

 Die zumeist irritierte Haut lässt sich mit Lavendelöl gut pflegen. Der angenehme Duft ist ein positiver Nebeneffekt.

 Wer nicht selbst betroffen ist, sollte jedweden Hautkontakt mit an Krätze erkrankten Personen vermeiden. Eltern, die ihre Kinder behandeln, sollten zum eigenen Schutz Handschuhe und, wenn möglich, auch Kittel tragen. Ansonsten ist bald die gesamte Familie befallen.

 Sind Kinder von der Krätze betroffen, ist es wichtig, auch Spielzeuge und Kuscheltiere täglich zu reinigen. Da einige Sachen nicht gewaschen werden können, empfiehlt es sich, diese für einige Stunden in das Gefrierfach zu legen, um die Milben abzutöten.

Gesetzliche Bestimmungen

Im Gesetz vom Infektionsschutz (IfSG) im § 34 ist festgeschrieben, dass keine Personen, die an Krätze erkrankt sind, oder bei denen der Verdacht darauf besteht, in Einrichtungen, in denen Kinder, Säuglinge oder Jugendliche betreut werden, arbeiten dürfen. Dies gilt so lange, bis sie ein ärztliches Attest vorweisen können, welches bestätigt, dass eine Weiterverbreitung der Erkrankung nicht mehr zu befürchten ist. Eine Bescheinigung des Arztes kann in entsprechenden Abständen nach einer Erfolgskontrolle erfolgen. Voraussetzung ist eine Einhaltung der Hygienemaßnahmen die korrekte Weiterführung der angefangenen Behandlung. Mitzuteilen ist der Leitung der Gemeinschaftseinrichtung von den Betroffenen das Auftreten der Krätze unverzüglich nach Bekanntwerden. Anders gehandhabt wird dies bei Massenunterkünften, ambulanten und stationären Versorgungs- und Pflegeeinrichtungen und Justizvollzugsanstalten. Diese haben spezielle Hygienepläne. Entsprechend § 36, Abs. 1 des Gesundheitsamtes obliegt ihm die Überwachung der Einrichtungen.

Fazit

Obwohl medizinisch nicht bestätigt, tritt Krätze wieder verstärkt in Deutschland auf. Es gibt immer wieder Meldungen in Deutschland, dass die Krätze ausgebrochen ist. Im Jahr 2014 erkrankten vier Jugendliche im nordrhein-westfälischen Lemgo daran. Laut der AsentaNews wurden in der Uckermark 2013 mehrere Erkrankungen gemeldet, die sowohl Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene betroffen haben. Allgemein gilt keine Meldepflicht. Ausgenommen hiervon sind Gemeinschaftseinrichtungen. Diese müssen es den Gesundheitsämtern anzeigen.

Es handelt sich bei Krätze in der Regel um keine lebensbedrohliche Krankheit, die trotzdem behandelt werden muss. Ausnahmen bildet der Verlauf der Borkenkrätze, die durch eine Sepsis, lebensgefährlich werden kann. Wie bei den meisten Erkrankungen gilt auch bei der Krätze, dass die Prophylaxe anzuraten ist.